Der Kräuter-Check im Januar, diese Pflanzen sind für Pferde gut oder giftig
Kräuter Journal · Januar
Diese Kräuter begegnen Deinem Pferd im Januar
Welche Pflanzen jetzt bereits sichtbar werden, wo Du sie findest und welche Wirkung sie auf Dein Pferd haben können. Unser Kräuter Journal zeigt Dir den Januar mit typischen Fundorten, positiven Eigenschaften und wichtigen Warnzeichen.
Im Januar wichtig
Auch im Winter zeigen sich bereits erste Kräuter, Blattrosetten und immergrüne Pflanzen. Gerade deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf Weideränder, Gärten, Hofeinfahrten und Hecken, denn manche Pflanzen sind wertvoll, andere können schon in kleinen Mengen problematisch werden.
Gut zu wissen
Nicht alles, was grün ist, ist automatisch harmlos. Besonders giftige Gartenpflanzen wie Eibe oder Buchsbaum können auch im Winter zum Risiko werden, während robuste Wildkräuter natürliche Vielfalt auf die Weide bringen.
Monatsüberblick
3 Kräuter für Pferde geeignet, 3 Pflanzen mit klarer Warnung, inklusive Fundorten, Wirkung und möglichen Anzeichen.
Januar auf einen Blick
Geeignet
Löwenzahn, Gänseblümchen und Vogelmiere
Nicht geeignet
Eibe, Buchsbaum und Herbstzeitlose
Besonders prüfen
Weideränder, Gärten, Schnittgut, Hofbereiche, Zäune und Hecken, besonders dort, wo Pferde an Pflanzenreste oder Gartenabfälle gelangen könnten.
Diese Pflanzen darf Dein Pferd im Januar nicht fressen
Nicht geeignet
Eibe
Die Eibe gehört zu den gefährlichsten Pflanzen für Pferde. Ihre Inhaltsstoffe können das Herz-Kreislauf-System stark beeinflussen und bereits bei geringer Aufnahme schwere Vergiftungen auslösen. Besonders tückisch ist, dass sie ganzjährig grün bleibt und deshalb auch im Januar attraktiv und frisch wirken kann.
Du findest Eiben häufig als Heckenpflanze in Gärten, an Hofeinfahrten, entlang von Wegen oder in der Nähe von Grundstücksgrenzen. Besonders kritisch ist entsorgtes Schnittgut, weil Pferde daran schneller gelangen können als an die eigentliche Hecke. Mögliche Warnzeichen können Unruhe, Zittern, Atemprobleme, Schwäche oder ein sehr plötzliches Nachlassen des Allgemeinzustands sein. Bei Verdacht muss sofort ein Tierarzt eingeschaltet werden.
Nicht geeignet
Buchsbaum
Buchsbaum wirkt auf den ersten Blick harmlos, weil er oft als dekorative Gartenpflanze bekannt ist. Für Pferde ist er jedoch nicht geeignet, da seine Inhaltsstoffe Verdauung, Kreislauf und Nervensystem belasten können. Problematisch ist vor allem, dass Zweige oder Schnittreste schnell in Reichweite gelangen können.
Typische Fundorte sind Vorgärten, Einfassungen, Hofränder, Stallzufahrten und angrenzende Hausgärten. Achte besonders auf frisch geschnittene Zweige oder Gartenabfälle in der Nähe von Paddocks und Weiden. Mögliche Anzeichen können Speicheln, Unruhe, Kolik-Symptome, Durchfall, Schwäche oder ein auffällig verändertes Verhalten sein.
Nicht geeignet
Herbstzeitlose
Die Herbstzeitlose wird oft erst mit ihrer späteren Blüte verbunden, doch für Pferdehalter sind auch die frühen Blätter wichtig. Die Pflanze ist stark giftig und kann den Zellstoffwechsel schwer stören. Schon geringe Mengen können problematisch sein, besonders wenn Blätter auf Weiden oder später im Heu übersehen werden.
Sie wächst bevorzugt auf feuchteren Wiesen, naturbelassenen Flächen und Standorten mit dichterem Bewuchs. Im Januar und frühen Jahr sollte man vor allem junge Blätter und Rosetten im Blick behalten. Mögliche Anzeichen beim Pferd können Kolik, Durchfall, Appetitverlust, Schwäche, Speicheln oder ein deutlich verschlechterter Allgemeinzustand sein. Bei Verdacht ist schnelle tierärztliche Hilfe wichtig.
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Wusstest Du?
Im Januar sind viele Pflanzen noch unscheinbar, aber ihre Wirkung kann trotzdem bereits relevant sein. Gerade bei immergrünen Gartenpflanzen, frühen Blattrosetten und robusten Wildkräutern lohnt sich der zweite Blick: Er hilft Dir, wertvolle Futterpflanzen zu erkennen und gefährliche Pflanzen rechtzeitig aus dem Umfeld Deines Pferdes zu entfernen.
Diese Kräuter darf Dein Pferd im Januar fressen
Geeignet
Löwenzahn
Löwenzahn gehört zu den bekanntesten Wildkräutern auf Pferdeweiden. Er wird von vielen Pferden gerne gefressen und kann die natürliche Verdauung sowie den Stoffwechsel anregen. Seine Bitterstoffe machen ihn zu einer interessanten Pflanze im natürlichen Futterangebot.
Du findest Löwenzahn auf Wiesen, Weiden, an Wegrändern und geschützten Stellen, wo er auch früh im Jahr sichtbar werden kann. Positiv ist vor allem seine gute Erkennbarkeit und hohe Akzeptanz. Wichtig bleibt, dass er nicht von stark belasteten Wegrändern, gedüngten Randstreifen oder behandelten Flächen stammt.
Geeignet
Gänseblümchen
Das Gänseblümchen wirkt klein und unscheinbar, ist aber ein schönes Beispiel für natürliche Vielfalt auf der Weide. Es gilt im Überblick als unproblematisch und wird von Pferden meist nur in kleinen Mengen aufgenommen. Gerade dadurch passt es gut in einen ausgewogenen Pflanzenbestand.
Typisch sind kurzrasige Wiesen, Weiden, Hofbereiche und lichte Stellen, an denen es bei milder Witterung schon früh sichtbar sein kann. Für Pferde ist es vor allem interessant, weil es die Weide vielfältiger macht, ohne dabei schwer oder dominant zu wirken. Wie bei allen Pflanzen gilt: Entscheidend sind ein sauberer Standort und eine natürliche, moderate Menge.
Geeignet
Vogelmiere
Vogelmiere ist ein frühes, zartes Wildkraut, das auch in kühleren Monaten sichtbar sein kann. Sie wirkt frisch, saftig und wird von vielen Pferden gerne aufgenommen. Durch ihren weichen Wuchs passt sie gut zu den ersten grünen Pflanzen, die im Winter und Vorfrühling auf geschützten Flächen erscheinen.
Du findest Vogelmiere häufig an kühlen, geschützten und eher feuchten Stellen, zum Beispiel an Weiderändern, in Hofnähe oder auf lockeren Böden. Positiv ist ihre gute Akzeptanz und ihre Rolle als frühes Zeichen aktiver Vegetation. Wichtig ist auch hier, dass sie sicher erkannt wird und nicht mit Pflanzen von belasteten oder verschmutzten Standorten verwechselt wird.
Weitere Pflanzen im Januar
Neben den sechs Hauptpflanzen gibt es im Januar noch weitere Arten, die Pferdehalter kennen sollten. Manche unterstützen die natürliche Futtervielfalt, andere fallen vor allem an Gartenrändern, Hecken oder in Hofnähe auf und können bei Aufnahme Beschwerden oder Vergiftungen auslösen.
Geeignet
Spitzwegerich
Spitzwegerich wächst auf Wiesen, Weiden und an Wegrändern. Er enthält unter anderem Schleimstoffe, Gerbstoffe und Bitterstoffe und wird traditionell mit Atemwegen, Schleimhäuten und Verdauung in Verbindung gebracht.
Geeignet
Brennnessel, junge Triebe
Junge Brennnesseltriebe können an geschützten Stellen früh sichtbar werden. Sie sind mineralstoffreich und können die natürliche Futtervielfalt ergänzen, werden frisch aber oft wegen der Brennhaare gemieden.
Geeignet
Schafgarbe, frühe Blattrosette
Schafgarbe wächst auf Wiesen, Weiderändern und eher trockenen Standorten. In kleinen Mengen kann sie durch ihre Bitterstoffe eine interessante Ergänzung sein und die natürliche Verdauung unterstützen.
Giftig
Thuja
Thuja steht häufig als Hecke in Stallnähe, an Zufahrten oder in angrenzenden Gärten. Besonders Schnittgut ist gefährlich und kann Verdauungsprobleme, Schwäche oder stärkere Vergiftungsanzeichen auslösen.
Giftig
Kirschlorbeer
Kirschlorbeer ist eine immergrüne Gartenpflanze, die häufig an Grundstücksgrenzen wächst. Für Pferde kann sie gefährlich sein, besonders wenn Blätter oder Schnittreste in Reichweite gelangen.
Giftig
Jakobskreuzkraut, Rosette
Auch wenn die gelbe Blüte erst später auffällt, kann die Rosette schon früher vorhanden sein. Die Pflanze kann die Leber belasten und sollte früh erkannt werden, bevor sie sich weiter ausbreitet.
Kleine Orientierung für Deinen Januar Rundgang
| Pflanze | Für Pferde | Typischer Blickpunkt |
|---|---|---|
| Eibe | Nein | Hecken, Gärten, Schnittgut, mögliches Herz-Kreislauf-Risiko |
| Buchsbaum | Nein | Vorgärten, Hofränder, Zäune, mögliche Verdauungsbeschwerden |
| Herbstzeitlose | Nein | Naturflächen, feuchtere Bereiche, mögliche Kolik und Schwäche |
| Löwenzahn | Ja | Wiesen, Weiden, Wegränder, verdauungsanregende Bitterstoffe |
| Gänseblümchen | Ja | Kurzrasige Flächen, Weiden, natürliche Pflanzenvielfalt |
| Vogelmiere | Ja | Kühle, geschützte, feuchtere Stellen, frühes saftiges Wildkraut |
Unser Fazit für Januar
Der Januar ist kein leerer Monat, sondern der leise Start ins neue Kräuterjahr. Zwischen ersten geeigneten Wildkräutern und immergrünen Giftpflanzen zeigt sich schon jetzt, wie wichtig ein geschulter Blick für Pferdehalter ist. Wer Fundorte, Wirkung und mögliche Anzeichen kennt, erkennt früher, was Deinem Pferd guttun kann und was konsequent entfernt oder abgesichert werden sollte.